Christine Lutz, Begleitende Kinesiologin
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Eine Schale frisches Wasser

 

Als Buddha Rast in einem kleinen Waldstück machte, bat er einen seiner Schüler darum, ihm am nahe gelegnen Fluss etwas Wasser zu holen, damit er seinen Durst stillen könne. Der junge Novize nahm die Bettelschale seines Meisters und verschwand. Inzwischen hatten mehrere Ochsen und Fuhrwerke den Fluss durchquert und so stark aufgewühlt, dass Schlamm und Dreck oben schwammen und das ganze Wasser verunreingt war. Der junge Mann konnte kein Wasser schöpfen und kehrte mit der leeren Schale zu Buddha zurück. Er schilderte aufgeregt was passiert war, und fragte den Meister um Rat.

Buddha erwiederte ruhig: "Nimm meinen Schale und geh zurück zum Fluss. Setz dich ans Ufer und warte geduldig bis das Wasser wieder rein und klar ist. Es braucht etwas Zeit, bis sich de Schlamm wieder gesetzt hat und die Blätter von der Strömumg mitgeführt wurden. Aber alles unterliegt der Veränderung. Alles fließt! Nichts bleibt wie es war, alles wandelt sich. Geh und warte!"

Der Novize kehrte zum Fluss zurück, und zu seinem Erstaunen war das Wasser bereits wieder rein und klar. Er füllte die Bettelschale mit Wasser und kehrte zu Buddha zurück.

Auf dem Rückweg verstand er plötzlich und sprach zu sich selbst: "Genau so wie Blätter, Dreck und Schlamm nicht in den Fluss gehören, sind auch unsere Emotionen, Gedanken und Gefühle nicht unsere wahre Natur. Wenn wir geduldig warten, werden auch sie sich absetzten, verändern und verschwinden. Reinheit und Klarheit wird sich immer von selbst durchsetzten. Wei das saubere, klare Wasser taucht dann auch unser edler, reiner Kern, unsere natürliches, wahres Wesen auf."

Er lächelte dankbar und übergab Buddha die Schale mit dem frischen Wasser.

 

aus "Im Schatten der Kiefer" von Sandy Taikyu Kuhn Shimu